Transport Juli 2007
Abfahrt am 25.07.2007
Nach ungefähr 10 Monaten Vorbereitungszeit wollten wir, der Verein Hilfe für Weißrussland im Jahr 2007 zwei Transporte nach Beresino und Mosyr durchführen. Alle Vorbereitungen wurden gemeinsam von unseren Mitgliedern getragen. Jürgen Meissner, der Kraftfahrzeugmeister der BLG Niederlassung Eisenach, und ich, Rolf Nolze, fuhren im Juli 2007 Richtung Mosyr und Beresino mit einem humanitären Hilfstransport nach Belarus. Der Lkw war von der BLG Bremen gesponsert worden. Um ca. 8:45 Uhr traten wir unsere Fahrt Richtung Weißrussland an. Gegen ca. 14 Uhr hatten wir ohne Probleme die Grenze in Frankfurt/ Oder erreicht. Hier wurde dann schon alles anders die Straßen in Polen sind teilweise mehr als schlecht und das Fahren ist sehr anstrengend. Wir wollten an diesem Tage aber noch bis zur Umgehungsstrasse von Warschau kommen. Die Ausschilderung hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert, so dass wir ohne Karte fahren konnten. An der A51 in Polen legten wir unsere Nachtpause ein. Nach einem gute n, sehr preisgünstigen Abendbrot und einer Schlafpause fuhren wir am nächsten Tage weiter in Richtung polnisch-weißrussische Grenze Nach einigen Baustellen und schlechten Strassen erreichten wir die polnische EU –Grenze in der Nähe von Terespol.
Der Grenzübergang Koslowitschi - Brest ist der einzige Übergang für humanitäre Hilfe in Richtung Belarus. Hier trafen wir ungefähr 10 km vor dem Zoll auf die lange Lkw Schlange. Unser Lkw war dank der Hilfe der BLG gut gekennzeichnet als Humanitärer Hilfstransport. Langsam im Schritttempo fuhren wir an der Schlange vorbei. Die anderen Fahrer ließen uns fast ohne Probleme passieren. Hin und wieder habe ich aus dem Fenster unsere Dankpräsente verteilt: Baseball Caps der Fa. BLG.
Auf dem Zollhof Koslowitschi hatten wir ca. 2 Std. Warte- sowie Bearbeitungszeit der Zollpapiere. Bei der Ausfahrt wollte uns die Grenzmiliz zunächst nicht weiter fahren lassen, weil wir keine CMR Papiere hatten. Aber nach einer kurzen Diskussion und dem Hinweis auf Humanitäre Hilfe ließen sie uns durch. Im so genannten Niemandsland standen wieder über einige Kilometer die LKW und wir wagten wieder unsere Vorbeifahrt. Auch hier verlief alles reibungslos, der letzte LKW Fahrer vor dem Grenzpunkt ließ uns erst nicht in die Schlange einfädeln, aber nach einem Paket Kaffee und einigen guten Worten konnte wir uns als erstes Fahrzeug in die Schlange einordnen.
Der Ablauf bei dem weißrussischen Zoll und der Grenzmiliz war uns aus den vielen Transporten der letzten Jahre gut bekannt. Einige Beamte kennen uns schon sehr gut, und wir werden meist recht zügig abgefertigt. Diesmal hatten wir für die Pass- und Milizkontrolle nur ca. 60 Minuten gebraucht. In der Abfertigungshalle erwartete uns schon unsere Dolmetscherin Valentina Sch. Valentina ist für uns jedes Mal eine große Hilfe, allein würden wir diese Papierflut für Humanitäre Hilfe niemals erledigen können. Valentina kennt alle und führt uns ruhig und ohne Wartezeiten von einem Büro in das Nächste. Die anderen Kraftfahrer knurren, lassen uns aber immer wieder vor. Nach ca. 90 -120 Minuten hatten wir unsere Arbeit erledigt. Am späten Nachmittag setzten wir unsere Fahrt fort, wir wollten trotz der fortgeschrittenen Zeit noch direkt die ca. 600 Km bis Mosyr in Angriff nehmen und möglichst auch durchfahren. Die ersten Kilometer fuhren wir auf der M 1 in Richtung Minsk. In der Nähe von Kobrin ging es dann auf die M10 in Richtung Gommel. In der Nacht erreichten wir schließlich die Zollstation in Mosyr. Wir beide, waren fix und fertig, schließlich hatten wir die Tour dieses mal in etwas über zwei Tagen geschafft. Unsere Ladung bestehend aus Schulmaterial, Artikeln aus Bundeswehrbeständen, Elektrogeräten, Bekleidung für Kinder und Erwachsene, Seifenprodukten und vielem anderen hat ihr 1.Ziel erreicht.
Für diesen großen Umfang an Spenden geht unser Dank an die Firmen Herlitz, Sebamed, Henkel, Papierunion, Reinschmid (Hyphen Bekleidung), Jeans Wolf und Jeans Oma Verden, FESTO und viele andere. Endlich hatten wir das Wochenende, und diese Pause hatten wir Kraftfahrer auch sehr nötig und verdient.
Am Montag hatten wir dann unseren Termin beim Zoll in Mosyr, und die Abfertigung konnte beginnen. Der Papierkrieg für Humanitäre Hilfe ist sehr, sehr aufwendig und hiefür hatten wir auch zwei Tage einkalkuliert. Diese Zeit ist ein Erfahrungswert, und meistens geht es auch nicht schneller. Am Dienstagnachmittag konnten wir in der Schule Nr.7 abladen. Die Freude über unsere Sendung war wieder einmal sehr groß, die Schulkinder der letzten Klassen halfen uns beim Abladen und Verstauen der Ware in der „Customs Control Zone“. Hier wurden ca. 10 Tonnen Material eingelagert. Die Waren wurden von uns übergeben, konnten aber noch nicht in die sofortige Ausgabe weiter geleitet werden. Die gesamte Lieferung musste erst einzeln deklariert werden, Diese Auflistung wurde dann von uns geprüft und zum Departement für Humanitäre Tätigkeit und zum Hauptzollamt in Minsk gesandt. (Per Post)
Am Donnerstagmorgen um 01:00 machten wir uns auf den Weg in Richtung Beresino bzw. zum Zollamt in Ziordina. Diese Nachtfahrt erstreckt sich über ungefähr 450 km. Dort erwarteten uns unsere Kontaktpersonen von der Sozialbehörde in BERESINO. Nach ca. 6 Stunden Bearbeitung der Papiere wurden wir in Richtung Beresino entlassen!!! DULEBY!! Am späten Nachmittag trafen wir in Beresino ein, wir konnten aber nicht abladen, es regnete in Strömen. Also wieder ein Tag mehr. Am Freitag haben wir dann alles Material an die Leiterin der Sozialbehörde übergeben. Auch hier war die Freude sehr groß und die Arbeit der Deklaration konnte aufgenommen werden.
Die gesamte Hilfslieferung für Beresino wird zentral in Duleby, ca. 25 Km von Beresino entfernt, eingelagert. Hierfür steht das ehemalige Internat und Waisenheim, das ab dem 01.12. dieses Jahres als Altenheim genutzt werden soll, zur Verfügung.
Am Montag trat dann, wie geplant Jürgen Meisner seine Heimfahrt nach Eisenach an. Schade eigentlich, ich hatte in ihm einen guten Partner und Freund gefunden.
Wir anderen blieben dann noch etwas länger in Belarus. Unser Vereinsvorsitzender, Reinhard Wallatis, Wolfgang Müller, die mit der Eisenbahn nachgereist waren, und ich. Es mussten noch einige Besuche und Kontaktaufnahmen durchgeführt werden. Denn unser nächster Transport im September sollte ja auch noch vorbereitet sein. Wir bedanken uns bei allen Sponsoren und hoffen wir können mit deren Hilfe auch in Zukunft noch viele Hilfstransporte durchführen.
Die Kinder in den verstrahlten Gebieten brauchen unsere Hilfe, denn nur durch uns können sie ein erträgliches Leben führen. Es sind die Artikel des täglichen Bedarfs die in diesen Gebieten am meisten fehlen. Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich, wenn ich Fortschritte in den Schulen und bei den Kindern erkennen kann.
Freundschaften werden hier geschlossen und halten dann über viele, viele Jahre. Diese Völkerverständigung ist etwas Schönes für unser Land und für Belarus. Unsere Ansprechpartner kennen wir schon seit vielen Jahren. Inzwischen sind wir nicht mehr nur „die Deutschen“, wir sind echte Partner und Freunde geworden.
Unser Besonderer Dank gilt folgenden Personen:
Valentina Dolmetscherin in Brest
Valentina Leiterin der Sozialstation in Beresino
Luba Leiterin des Schulamtes in Mosyr
Raissa Direktorin der Schule Nr.7
Irina Dolmetscherin in Mosyr
Xhanna Stell. Direktorin der Schule Nr.7 und unsere Sachbearbeiterin für schwierige Fälle
Frau Xhanna Mitkewitsch setzt sich immer wieder in besonderem Maße und über die normale Arbeitszeit hinaus für unsere Belange in Belarus ein. Sie knüpft unsere Kontakte und bearbeitet alle unsere weißrussischen Papiere selbstständig. Ohne Xhanna Mitkewitsch wäre eine tatvolle Humanitäre Hilfe für uns fast nicht möglich. Sie hat es zuletzt ermöglicht, dass 9 Tage nach Übergabe des Materials bereits die Ausgabe an die Bedürftigen und Schüler stattfinden konnte. In den vielen Jahren zuvor hatte dies manchmal bis zu 6 Monaten gedauert.
Unser besonderer Dank gilt der BLG in Bremen, ohne die BLG wäre dieser Transport nicht möglich gewesen.
Rolf Nolze
Transportleiter der Humanitären Hilfe im Juli 2007













